KI - steht für
Keine Identität? Einige Gedanken zum Buzzword des Jahrhunderts und wie es unsere Schaffenskraft als Produktentwickler beeinflusst.
Der Anlass: eine äußerst produktive Schaffensphase meiner Schwester am Klavier. Die Diskussion ließ nicht lange auf sich warten.

Glimmer. Julia Beck. Meine Schwester.
Wenn Kinder auf die Welt kommen, läuft in vielen Haushalten Peaceful Piano - harmonische Klänge, die sanft in den Schlaf begleiten oder sonstige Sphären, wenn es in Richtung Entspannung gehen soll. Eigentlich ist es fast schon egal, wer da was klimpert, es soll dahinplätschern, hin und wieder mit einer melodischen Einheit daran erinnern, dass ein Klavierspiel die Hirnwindungen massieren kann. Wer lernen muss, kennt das auch. Konzentrations-Playlists sind gespickt mit einfachen Kompositionen. Nicht zu unterscheiden für das Laien-Ohr sind hingegen KI-generierte Kompositionen. Interessiert’s wen?
KI macht Musik - von Klassik bis Pop, Playlists für das Hintergrundrauschen bis zur Band. Kann das mit künstlerischem Schaffen koexistieren oder wann kommt es zum Clash?
Zunächst vielleicht mal die naheliegende Frage: Stehen dabei die Perspektiven der Musikschaffenden und der Musikkonsumenten im Kontrast, der von der KI erzeugt und verschärft wird? Ist es dem Hörer nicht egal, ob KI involviert ist, solange es eben gut klingt? Den Musikern muss hingegen Angst und Bange sein - ist hier noch irgendein Notenschlag etwas wert?
Warum ist es für Produktentwickler überhaupt relevant?
KI mutiert zum Buzzword. Aus Effizienz- und Prestigegründen ist sie in den meisten digitalen Produkten im Ansatz oder fortgeschritten vorhanden, ihre Anwendung findet immer eine ökonomische Berechtigung. Echte Reibung an den Folgen KI-generierter Inhalte findet nicht sofort statt, vielmehr zeitlich versetzt, wenn der Effekt eintritt, dass sie plötzlich gleichwertig neben dem menschlichen Werk steht - und an ihrer Legitimation kratzt. Lohnt sich da noch das Denken, Schreiben, Wörter- und Notenfinden? Macht es Produkt XY besser, wenn es KI-washed wird, vom Design, in Wort und Klang? Oder wo gibt es Potentiale für Produktentwickler, bewusst auf KI zu verzichten oder dem menschlichen Hirn und Herz den Vorzug zu geben?
Die Technokraten werden sagen, alles nur Philosophie. Die Bilanzen müssen stimmen. Meinereiner hingegen vertritt die Ansicht, dass Produktversprechen beim Nutzer durch Mark und Bein gehen müssen, um den Erfolg zu zementieren. Wenn man das Gefühl, das im Mehrwert eines Produktes für den Nutzer verpackt ist, nicht extrahiert bekommt, bleibt es unzugänglich. Gefühle sind aber Menschensache. Das kann man von Musik lernen.
Notgedrungen kommt bei dem Gedanken, dass KI Musik erschafft, Empörung auf. Es ist nicht echt reflektiert unser Selbstverständnis: Ich existiere, denn es sind meine Gefühle und Gedanken, übersetzt in Tastenschläge oder ich kenne diese Person, die durch ihre Melodie, Wellen in mir schlägt. Wir haben Gemeinsamkeiten, können voneinander lernen, uns gegenseitig stützen, einander begegnen. Darin liegt das Echte. Unsere Identität. Eine Magnetwirkung auf Zielgruppen ist vorprogrammiert.
Und wenn wir schon bei KI in der Produktentwicklung sind, eine Feststellung: Jetzt kommt keine Abhandlung über Chancen und Potentiale. In puncto Effizienz kommt uns die KI natürlich gelegen. Es geht um eine Beobachtung, die Produktmanager betrifft, die sich der KI als Mäntelchen bedienen und AI-Tools zaubern lassen. Eure Leistung bleibt erforderlich, solange Stakeholder und Kunden Menschen sind.
Was mich noch gerade bewegt
Kompetenz
Ist mein Sehnsuchts-Thema. Ich brauche Vorbilder um mich herum, um Entwicklungsziele abzustecken. Was aber, wenn man selbst zum Vorbild werden muss, weil Kompetenz fehlt?
Change
Ich bin ein Change Native - und traumatisiert. Doch es ist wie mit aus-dem-Koffer-leben: Mit der richtigen Strategie kommt man durch. Irgendwann endet die Reise und man freut sich durch etwas Abstand auf die nächste.
Kreativität
Manchmal steckt man in einer Schaffenskrise. Wie andere inspirieren, wenn es einem selbst an Inspiration fehlt? Da hilft nur die volle Dröhnung Anti-Kreativität: den Schreibtisch freiarbeiten! Oder doch lieber Stift fallen lassen? Zwei Strategien.
Product Owner sollten mal kellnern
Was könnten sie dabei lernen? Besuchern ein Gesamterlebnis bieten - dafür zahlen sie gerne auch mal im Service drauf. Hier steht man mit dem Kunden in Kontakt und lernt schnell, was im Interior oder im Ton nicht stimmt.
Zarte Pflänzchen aus dem Greenhouse
Drei Monate lang auf einer grünen Wiese spielen dürfen - und das auch noch auf der am stärksten frequentierten Seite auf Chefkoch.de vertesten. Wozu das alles? Um zu lernen. Am Besten nicht nur für sich allein.
Aus voller Überzeugung
Crossfunktionale Teams
Heißt mancherorts UX/UI in Entwicklungsteams vertreten zu haben. Zufriedenstellend ist das nicht. Wieso Content- und Kommunikationsexperten für den Erfolg des Produktes ausschlaggebend sind.
Agile Produktentwicklung
Nach sechs Jahren Experimentierküche wurde so manche Suppe versalzen, so lange übers Kochen gesprochen, bis keiner mehr Hunger hatte. Häufig blieben Ergebnisse aus. Wann es dann doch funktioniert hat.
Unsere Kunden
Wir sind erfahren, verlässlich sowie fokussiert auf gute Ergebnisse und wissen es zu schätzen, mit großartigen Kunden zusammenzuarbeiten.